IT-LEXIKON
PoE steht für Power Over Ethernet und bezeichnet eine Technik, bei der Geräte über das Ethernet-Kabel mit elektrischer Energie versorgt werden. Ein zusätzliches Netzteil für die Stromversorgung ist damit nicht mehr notwendig. Somit lassen sich einerseits zum Teil Installationskosten einsparen, da separate Stromleitungen zu den Gerätestandorten wegfallen. Andererseits kann der Einsatz einer zentralen unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) relativ einfach realisiert werden, da nur an einem Punkt oder einzelnen Punkten elektrische Energie eingespeist wird.
Die elektrische Leistung, die über Datenkabel übertragen werden kann, ist begrenzt. Daher wird PoE nur für Netzwerkgeräte genutzt, die wenig Leistung benötigen, zum Beispiel IP-Telefone, WLAN-Accesspoints oder Überwachungskameras. Das Einspeisen der Energie geschieht entweder durch PoE-fähige Netzwerkgeräte (z.B. Switches) über einen zwischengeschalteten PoE-Injektor.
PoE ist vom Institute of Electrical and Electronics Engineers IEEE genormt. Zum Einsatz kommt in der Regel eine Spannung von 48 Volt. Die zu versorgenden Geräte dürfen eine Leistung von je bis zu 15,4 W (IEEE 802.3af), 25,50 W (802.3at) oder 71 W (802.3bt) aufnehmen, dabei sind Kabellänge bis zu 100 m möglich. Durch die kleinen Kabelquerschnitte der Datenleitungen, die relativ großen Längen der Netzwerkkabel und die geringe Systemspannung entsteht eine nennenswerte Verlustleistung in der Leitung, so dass der Wirkungsgrad des Systems teilweise bei unter 70 % liegen kann. Je kürzer die Übertragungslänge, desto effizienter ist die PoE-Lösung. Im Gegenzug fallen die Verluste der Netzteile weg, die durch PoE nicht benötigt werden.
Um Schäden durch die elektrische Spannung an Netzwerkgeräten zu vermeiden, die nicht für PoE vorgesehen sind, sieht der PoE-Standard ein mehrstufiges Aktivierungsverfahren vor, ehe die volle Spannung bereitgestellt wird. Das einspeisende Gerät liefert zunächst nur eine kleine Spannung und misst, ob das angeschlossene Gerät einen elektrischen Widerstand von 19–26,5 kΩ aufweist und sich somit als per PoE zu versorgendes Endgerät ausweist. Wenn dieser Widerstand gemessen wurde, wird die Spannung etwas erhöht, um den genauen Widerstandswert zu messen und so die PoE-Leistungsklasse zu ermitteln. Danach wird zum Einschalten kurzzeitig eine leicht erhöhte Spannung bereitgestellt, danach wird diese für den normalen Versorgungsbetrieb wieder etwas reduziert.
Geräte, die kein PoE unterstützen, aber eine Stromversorgung benötigen, können über einen PoE-Splitter via Datenleitung mit Energie versorgt werden. Der Splitter koppelt die elektrische Spannung aus dem Datenkabel aus.
Gerne beraten wir Sie als Unternehmen, Kanzlei oder Verband zu Themen mit IT-Bezug - von der IT-Umgebung bis hin zur Prozessoptimierung und Schulung. Die Erstberatung ist kostenfrei.
Copyright (©) 2026 Computer Bauer GmbH